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Einfluss des Wolframelektrodenschliffs auf die Lichtbogens, Erfahrungen zur Vorbereitung von Wolframelektroden und Auswirkungen au

Beitrag 14.03.2026, 09:30 Uhr
WeduTech
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo zusammen,

ich wollte hier einmal ein Thema ansprechen, das bei uns in der Fertigung in letzter Zeit häufiger diskutiert wird: der Schliff von Wolframelektroden beim WIG-Schweißen.

Grundsätzlich läuft unser Schweißprozess stabil, allerdings ist uns aufgefallen, dass sich der Lichtbogen teilweise unterschiedlich verhält, obwohl die Parameter eigentlich identisch sind. Stromstärke, Gasdurchfluss, Material und Zusatzwerkstoff bleiben gleich. Trotzdem gibt es gelegentlich Unterschiede beim Zünden oder bei der Stabilität des Lichtbogens.

Nach einiger Zeit haben wir festgestellt, dass der Elektrodenschliff eine größere Rolle spielt als zunächst angenommen. Früher wurden die Elektroden bei uns einfach manuell am Schleifbock nachgeschliffen. Dabei hat natürlich jeder Mitarbeiter seine eigene Methode entwickelt. Manche schleifen eher spitz, andere etwas stumpfer. Auch die Schleifrichtung entlang der Elektrode wird nicht immer gleich eingehalten.

Im Ergebnis haben wir dann teilweise folgende Unterschiede beobachtet:

• unruhiger oder wandernder Lichtbogen
• unterschiedliches Zündverhalten
• variierende Standzeiten der Elektroden
• teilweise leicht abweichende Nahtbilder

Gerade bei feineren Arbeiten oder Serienprozessen fällt das stärker auf, weil man möglichst reproduzierbare Ergebnisse haben möchte.

Wir haben deshalb vor einiger Zeit angefangen, den Elektrodenschliff etwas stärker zu standardisieren. In unserem Fall nutzen wir inzwischen eine kleine Elektrodenschleifmaschine (bei uns eine XGRIND 30), mit der die Wolframelektroden immer im gleichen Winkel geschliffen werden.

Der Effekt war tatsächlich spürbar. Vor allem beim Zündverhalten und bei der Stabilität des Lichtbogens merkt man, dass die Elektroden gleichmäßiger vorbereitet sind. Gleichzeitig spart man sich auch etwas Zeit, weil das Nachschleifen schneller und reproduzierbarer funktioniert.

Mich würde interessieren, wie ihr das in euren Betrieben handhabt:

• Schleift ihr Wolframelektroden noch klassisch manuell?
• Nutzt jemand von euch spezielle Elektrodenschleifmaschinen?
• Achtet ihr bewusst auf Schliffwinkel und Schleifrichtung?

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder andere Ansätze gefunden, um den Elektrodenschliff reproduzierbarer zu gestalten. Bin gespannt auf eure Erfahrungen aus der Praxis.
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Beitrag 14.03.2026, 13:43 Uhr
haug
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo WeduTech,

der Einfluss des Elektrodenschliffs wird beim WIG-Schweißen tatsächlich oft unterschätzt. Wir haben in der Fertigung ähnliche Erfahrungen gemacht: Wenn Schliffwinkel und Schleifrichtung variieren, merkt man das relativ schnell am Zündverhalten und an der Stabilität des Lichtbogens. Gerade der Längsschliff entlang der Elektrode und ein halbwegs konstanter Spitzenwinkel sorgen bei uns für deutlich reproduzierbarere Ergebnisse.

Ich habe mich aus Interesse mal kurz zur XGRIND 30 im Netz umgesehen. Dabei wirkt es etwas ungewöhnlich, dass Dein Nickname gleichzeitig dem Namen des Anbieters entspricht. Das lässt zumindest den Eindruck entstehen, dass hier eventuell auch ein Herstellerbezug besteht.
Falls dem so sein sollte, ist das grundsätzlich ja kein Problem, auf IndustryArena gibt es dafür auch transparentere Möglichkeiten, sich als Anbieter oder Hersteller einzubringen.

Unabhängig davon bleibt der Punkt aber richtig: Ein standardisierter Elektrodenschliff kann im WIG-Prozess definitiv helfen, stabilere und reproduzierbarere Ergebnisse zu erreichen.

Viele Grüße
Haug
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