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Werkzeug bleibt in Spindel stecken Hedelius C-60

Beitrag 23.03.2025, 15:06 Uhr
Paul_3
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo zusammen,

wie der Titel schon sagt, bleibt die Maschine beim Werkzeugwechsel nach dem lösens des Werkzeuges einfach stehen. Zum genauen Hergang gleich mehr.

Erstmal zur Maschine: Hedelius C-60 Baujahr 2010, SK-40 Spindel (Luftgekühlt, fals das von relevants sein sollte), Heidenheim Steuerung

Zur Vorgeschichte:

Im August 24 wurde die Spindel getauscht, weil ein Lagerschaden vorlag. Kann ja nach 14 Jahren denk ich passieren.
Danach trat das Problem das erste mal auf. Die Spindel fährt zum Magazien, löst das Werkzeug. Dann bleibt sie ohne Fehlermeldung stehen. (Nach kurzer Zeit kommt die Meldung, das Wz-Wechel zu lange dauert). Beim esten Auftreten des Problems haben wir uns mit dem Kunstensupport in Verbindung gesetzt, wobei das rauskam, das die Spindel das Wz löst es aber stecken bleibt.

Hierzu zum Sensor im gelösten Zustand (z.b. beim Wz-Wechsel)

Istwert Analogspanner: 70-72
berechneter Analogspanner: 72-74

Bleibst das Wz stecken ist der Istwert bei 68. Der Support meinte der Wert soll eigendlich über 70 sein.

Das Wz sollte ich dann manuel lösen und seitlich vorsichtig mit einem Gummihammer "rausschlagen". Da wir zu diesem Zeitpunkt dachten, das es ein Einzelfall war, wurde nicht weiter nach der Ursache gesucht.

In den folgenden Tagen ist das Problem allerdings wieder aufgetreten. Meine ersten Lösungsansätze waren dann die Kontrolle des KSS Gehaltes ( um die 7%) und der Öler für das Ausblasen der Spindel beim Wz-Wechsel. Beides war ok, was dann auch im folgenden nochmal mit dem Support überprüft worden ist.

Im Anschluss wurde dann entpfohlen, ein Mittel auf den Kegel zu machen welches, wenn ich das richtig verstehe, den Spanndruck gleichmäßiger verteilen soll. (Klüber ACTEMP QNB 50) Das hat das Problem auch reduziert, aber nicht komplett gelöst. Weiterhin sagte man mir, das man sonst einen anderen KSS ausprobieren soll. Soweit zur Vorgeschichte.

Im Moment ist es so, das man alle paar Tage das Mittel dünn auf einer Aufnahme aufträgt und den Spindelkegel einmal reinigt. Das wiederholt man, wenn das Problem wieder auftritt.

Nun zu meinen subjektiven Erfahrungen:
Das Problem tritt eher bei älteren Aufnahmen auf, allerdings nicht nur (manche sehr alten Aufnahmen bleiben fast bei jedem Wechsel stecken).
Vor dem Spindelwechsel ist das meines Wissens nach nie passiert, ältere Kollegen hatten das Problem vorher auch nie.
Ist ein Wz lange in der Spindel z.b. zur Pause, ist es sehr wahrscheinlich das es stecken bleibt.
Je nach Arbeit tritt das Problem öfter auf. Wenn viel Innenkühlung verwendet wird öfter, als wenn nur trocken oder Außenkühlung gefahren wird. Das würde ja für den KSS als Ursache sprechen.

Nun frage ich mich ob es wirklich am KSS liegt, da das Problem ja mit der alten Spindel nie aufgetreten ist.
Ist es eventuell möglich das die alte Spindel die älteren Wz-Aufnahmen "abgeschliffen" hat, wodurch der Winkel an der neuen Spindel nicht übereinstimmt? Da das Problem aber auch ab und an bei neuen/neueren Aufnahmen auftritt, ist das meiner Meinung nach auch nicht ganz schlüssig. Ich bin mir auch nicht sicher, was der Sensor anzeigt oder in welcher Einheit er das tut. Möglicherweise %, das er im gespannten Zustand ein Wert von 12-14 anzeigt.

Ich würde gerne ein paar objektive Meinungen zum Thema haben und/oder falls jemand noch andere Ideen oder Lösungsansätze hat, auch gerne das.

Ich hoffe ich konnte alle Infos sinvoll aufschreiben, schonmal vielen Dank im vorraus und

Viele Grüße


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Beitrag 23.03.2025, 16:38 Uhr
Misch84
Level 2 = Community-Facharbeiter
**

Hi!

Wer hat die Spindel denn überholt?
Wurden nur die Lager getauscht oder das volle Programm?

Lass mal ein Testprogramm laufen ohne Bearbeitung.
Einfach mal 10 verschiedene Aufnahmen 10 mal hintereinander ein und auswechseln.

Das sollte ohne Probleme funktionieren.

Luftgekühlt heißt die Spindel mit Werkzeug wird warm. Nicht so gut.. Ging ja aber früher auch.

Es gibt Luftmessdorne zum prüfen ob der Kegel und Durchmesser in der Spindel ok ist. Hier sollte der Hersteller mal zur Prüfung vorbeikommen. Damit könntet ihr ausschließen ob es an der Spindel liegt.

Ausstoßmaß ist ok? Wurde die Spannzange ebenfalls erneuert? Spannkraft auch ok?

Aufnahmen und Spindel wird regelmäßig gereinigt?

Mit freundlichen Grüßen
Micha
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Beitrag 23.03.2025, 17:54 Uhr
MikeE25
Level 7 = Community-Professor
*******

ZITAT(Paul_3 @ 23.03.2025, 16:06 Uhr) *
Ist ein Wz lange in der Spindel z.b. zur Pause, ist es sehr wahrscheinlich das es stecken bleibt.


SK Werkzeuge sollte man immer im Schaftbereich etwas ölen (mit einem nicht harzenden Öl) und nie zu lange stecken lassen (z.B. über Nacht).
Ich vermute aber das die Mechanik die das Werkzeug ausstößt einen Defekt hat oder falsch eingestellt ist.
Nachdem du für den Spindeltausch Garantie hast und da auch die Ausstoßmechanik drann hängt dürfte es ein Garantieschaden sein. Also muss der Hersteller oder die Servicefirma da nochmal ran.

Tip: besorg dir auch einen Kegelwischer. Damit hällt man den Kegelsitz immer schön sauber.

Der Beitrag wurde von MikeE25 bearbeitet: 23.03.2025, 17:56 Uhr
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Beitrag 23.03.2025, 18:40 Uhr
Paul_3
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo,

also die Spindel wurde komplett mausgetrauscht, also mit Lager und Spannzange. Ob die neue Spindel neu oder überholt war weiß ich nicht.

Das Ausstoßmaß wurde auch mit dem Support überprüft, war ok. Die Spannkraft hatten wir mit einem Werkzeugvertreter überprüft. Die Kraft war glaub ich 12 kN, bin mir bei der Zahl aber grad nicht sicher.

Die Aufnahmen reinige ich immer nach dem Gebrauch, also wenn ich sie wieder aus der Maschine nehme. Die Spindel erst seit dem das Problem auftritt. Bei der alten Spindel haben wir das nie gemacht, oder zumidest hat mir das damals keiner als Lehrling gesagt.... Jetzt mach ich das wie gesagt mit einem Kegelwischer regelmäßig.

Die Werkzeuge bleiben eigentlich nie lange in der Spindel, auch nicht über Nacht. Das mit dem länger drinne lassen bezog sich auf kleine Pausen z.b. 15 min Frühstückspause oder ähnliches.

Das mit dem Testprogramm kann ich bei Gelegenheit mal probieren und den Luftdornmesser werde ich auch mal ansprechen, kannte ich auch nicht.

Zum Ausstoßer kann ich nichts sagen, sitzt sowas in jeder SK 40 Spindel bei der Spannzange oder wo sitzt das? Aber das mit der Garantie muss ich dann auch nochmal ansprechen.

Aber erstmal gut zuwissen, das das Problem vermutlich eher in der Mechanik sitzt als beim KSS.

Danke schon mal für die Tipps.
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Beitrag 23.03.2025, 21:24 Uhr
Palermo
Level 3 = Community-Techniker
***

Wie sehen denn die Anzugsbolzen aus? ggf mal neue probieren.
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Beitrag 25.03.2025, 19:55 Uhr
Paul_3
Level 1 = Community-Lehrling
*

Naja das Problem habe ich aber auch bei neuen Aufnahmen wo der Anzugsbolzen auch neu ist. Mir ist aber noch die Idee gekommen, die Aufnahmen bei denen ich ein sehr oft das Problem habe, in eine andere recht neue Maschine einbauen. Wenn die Maschine auch Probleme mit den Aufnahmen hat liegt es daran, wenn nicht eher an der Spindel. Erklärt zwar dann nochnicht, warum das auch bei neuen Aufnahmen passiert, aber zumindest grenzt es das Problem etwas ein.
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Beitrag 25.03.2025, 21:38 Uhr
MikeE25
Level 7 = Community-Professor
*******

ZITAT(Paul_3 @ 23.03.2025, 19:40 Uhr) *
Zum Ausstoßer kann ich nichts sagen, sitzt sowas in jeder SK 40 Spindel bei der Spannzange oder wo sitzt das? Aber das mit der Garantie muss ich dann auch nochmal ansprechen.

Aber erstmal gut zuwissen, das das Problem vermutlich eher in der Mechanik sitzt als beim KSS.


Ist bestimmt die Ausstoßmechanik.
Ich habe bei meiner Haas auch schon öfters ein SK40 Werkzeug über Nacht oder sogar Tage in der Spindel vergessen.
Man merkt das beim losbrechen mehr Kraft nötig ist und es schwungvoller rauskommt aber immer ohne Probleme. Muss ja auch 100% funktionieren. Sind Industrie und keine Labormaschinen.
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Beitrag 26.03.2025, 10:01 Uhr
Stephan EM
Level 5 = Community-Ingenieur
*****

Hallo,
vermutlich ist der Kegelwinkel nicht perfekt. Oder es wurde beim nachschleifen des Kegels zu tief nachgeschliffen.
Alles nur Vermutungen. Ich würde mich an Gunther Schwarz aus Deggingen wenden.
Der einzige Spindelschleifer meines Vertrauens!
Grüße Stephan


--------------------
Service für Ihre Deckel FP und ihre Deckel Maho Maschinen.
Steuerungsreparaturen, elektrische Ersatzteile und mechanische Reparateuren
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Beitrag 26.02.2026, 14:25 Uhr
Bene1010
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo zusammen,

konnte das Problem mittlerweile gelöst werden?

Ich habe eigentlich das gleiche Problem, nur dass der KSS von Emulsion auf Ölfrei gewechselt worden ist. Erst nach ca. 1 Monat fing es an zwei verschiedenen Maschinen und Werkzeugen an, dass das Werkzeug in der Spindel hängenbleibt und "feststeckt". Durch einen langen Hebel und viel Manneskraft konnte das Werkzeug gelöst werden. Das letzte Werkzeug, ein Propeller, war vielleicht 10 sek. in der Aufnahme bevor es steckengeblieben ist. Die Werkzeugaufnahmen wurden nun abgeschliffen, was bisher einen weiteren Stillstand verhindert hat, es dennoch teilweise (vor allem nach der Verwendung der Innenkühlung) ruckartig aus der Spindel gelöst wird.

Ich wäre für jede Hilfe dankbar!

LG
Bene
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Beitrag 26.02.2026, 15:00 Uhr
MikeE25
Level 7 = Community-Professor
*******

ZITAT(Bene1010 @ 26.02.2026, 15:25 Uhr) *
Ich habe eigentlich das gleiche Problem, nur dass der KSS von Emulsion auf Ölfrei gewechselt worden ist.


Auf welches KSS wurde umgestellt ? Wie viel % mit Refraktometer gemessen ?
Ich öle meine SK40 gelegentlich mit Fluid Film ein und wische auch den Sitz regelmäßig mit den Reinigungsdornen sauber. Fluid Film ist ein etwas dickeres Öl das nicht verharzt und extrem gut schmiert. Top Rostschutz und man hört das die Steilkegel dadurch deutlich besser gelöst werden. Und ganz wichtig: Werkzeuge nicht über Nacht in der Spindel lassen thumbs-up.gif
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Beitrag 26.02.2026, 15:37 Uhr
Bene1010
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo Mike,

wir haben ein Ecocool im Einsatz und fahren mit einer Konzentration von 9,4 %.

Der KSS sieht leider schon verunreinigt aus. Ich glaube bei der Reinigung ging etwas schief.

Den Steilkegel einölen habe ich noch nie gehört. Das war bisher auch nicht nötig. Hängt dann nicht auch alles in der Spindel? Die Spindel wird vor jedem Werkzeugwechsel automatisch ausgeblasen und gereinigt. Als wir das Werkzeug aus der Spindel herausgelöst hatten, war auch nichts Auffälliges in der Spindel oder klebriges am Halter.

Die Werkzeuge sind nur für die Bearbeitung in der Spindel und werden bei längeren Standzeiten herausgenommen.

LG
Bene
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Beitrag 26.02.2026, 18:43 Uhr
Paul_3
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo zusammen,

hatte diesen Beitrag komplett vergessen... aus den Augen aus dem Sinn.

Um die Frage von Bene einfach zu beantworten: Nein, das Problem konnte bei uns nicht gelöst werden.

Wir haben einen Techniker vom Hersteller selbst vorort die Spindel überprüfen lassen. Er konnte auch drei Probleme finden:

-Die Spannzange war 0,1mm vom Sollwert entfernt
-Ich habe den Öler der Spindel zu voll gemacht, dadurch hat der garkein Öl mehr zur Spndel gebracht. Techniker meinte eine Daumenbreite luft zur Oberkante des Schaufensters lassen
-Das Hydraulikagregat war nur ca. zu 60% bis 70% befüllt, dadurch hat es ca. 8 sek. gedauert bis der Solldruck erreicht worden ist. Normal sind 3-5 sek.

Andere Fehler konnten nicht gefunden werden.
Das wurde alles behoben. Ich dachte damit sei das Problem gelöst, aber nach 3 Tagen ist es dann wieder passiert.

Ich habe danach noch ausprobiert, den Kss-anteil weiter zu reduzieren, ohne Erfolg. Lag zwischenzeitlich bei 4%.

Ich bin jetzt an dem Punkt das ich es einfach akzepiert haben, je nach Arbeit tritt der Fehler maximal ein am pro Tag auf. Ich reinige dann immer den Spindelkegel und den Schaft des WZ und trage dann die oben genannte Paste auf den Kegel auf. Die Paste verteilt sich ganz gut auf die anderen WZ.
Der Fehler tritt bei allen Haltern auf, egal ob alt oder neu, und bei jeder Art von Arbeit, egal ob ein Mk50 mit Außendruckluft oder ein Ø5 Vhm-Bohrer mit Innenkühlung. Wesentlich häufiger aber auch bei WZ mit Innenkühlung. Ich bekomme das WZ auch recht leicht von Hand herraus, Spindelzange lösen und vorsichtig mit dem Schonhammer seitich auf die Aufnahme schlagen, dann gehen die immer raus. Ist wahrscheinlich auf Dauer auch nicht so gut aber andere Ideen habe ich auch nicht.

Wenn du eine Heidenheim Steuerung hast, kannst du ja mal gucken, welchen Wert der Analogsanner anzeigt, wenn das WZ stecken bleibt und wenn es normal funktioniert. Wenn es da keinen Unterschied gibt, denke ich, das das Problem woanders liegt.

Hoffe das hilft vieleicht irgendwie bei der Fehlersuche

LG
Paul
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