609.015 aktive Mitglieder*
4.538 Besucher online*
Kostenfrei registrieren
Einloggen Registrieren

Wolframcarbid Beschichtung drehen

Das könnte Sie auch interessieren...

Beitrag 21.12.2025, 14:59 Uhr
CarstenAC
Level 1 = Community-Lehrling
*

Hallo zusammen!

Ich arbeite in der Walzendreherei. Jetzt bekommen wir eine Walze zur Reparatur.

Durchmesser 1000 mm x 2700 Länge.

Ich soll die den Ballen einmal egalisieren und schleifen, was ja kein Problem ist.

Danach geht die Walze weg und wir mit wolframcarbid beschichtet.

Danach kommt sie wieder zurück und ich soll sie überdrehen.

Hat jemand Erfahrung? Ob das überhaupt möglich ist. Ich hatte mal recherchiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass so etwas meistens Diamantgeschliffen wird und nicht gedreht. Und wenn gedreht dann mit dismantplatten max. 20 m/mm, max ap=0,1 mm und Vorschub 0,1mm.. dann würde ein Span ca. 75 Stunden dauern ???? und bei 6 Umdrehungen mit
Sicherheit nicht ruhig laufen.

Hat jemand Erfahrung damit? Oder andere Werte?

Viele Grüße

Carsten
TOP    
Beitrag 22.12.2025, 09:10 Uhr
Andreas1964
Level 4 = Community-Meister
****

ZITAT(CarstenAC @ 21.12.2025, 16:59 Uhr) *
Ich soll die den Ballen einmal egalisieren und schleifen, was ja kein Problem ist.

Danach geht die Walze weg und wir mit wolframcarbid beschichtet.

Danach kommt sie wieder zurück und ich soll sie überdrehen.


Moin Carsten,

andres herum würde ein Schuh draus. Wenn Du zuerst die Welle überdrehen würdest, dann könntest Du Glück haben wenn Du die Spantiefe so hoch wählst das mind. der Schneidenradius unter der im Moment vorhandenen Beschichtung liegt.

Ich würde dafür eine CBN-Platte nehmen, min. Schnittiefe = Schneidenradius * 1,2 und das Problem wird dann sein das die harte Randschicht einen Kerbverschleiß erzeugt.

Wie schnell man da drüber drehen kann wird ganz entscheidend davon abhängen ob die Welle an zu schwingen fängt. Ich denke mal das Ding wird innen hohl sein, oder?

Wenn die Welle mit Wolframcarbid beschichtet wird, bedeutet das man "klebt" aussen Hartmetall drauf. Eine 100%tige Verbindung geht das Zeugs mit dem Grundmaterial nicht ein.

Je nach Verfahren wird die Welle aussen eine Härte bis zu 2200 HV haben, auch das läßt sich theoretisch mit CBN überdrehen, was eine Härte von 4500 HV hat.

Mit Diamant kannst Du das nicht drehen, wenn die entstehende Temperatur zu hoch wird dann reagiert der Kohlenstoff im Diamanten mit Sauerstoff aus der Umgebung (Luft oder Wasser) und wird zu CO2, der Diamant "löst" sich auf.

Das Problem beim Drehen ist jedoch das das HM auf der Welle nur "klebt" und wenn Du Pech hast, dann reißt es Dir Körner aus der Oberfläche raus. Die Kräfte die beim Drehen mit einer Schneide auftreten sind relativ hoch.

Wenn Du Dir Welle nun jedoch überschleifst, dann verteilen sich die Kräfte auf die vielen Schleifkörper in der Scheibe und auf entsprechend viele Körner auf der Oberfläche in der Kontaktzone und die Gefahr das jetzt einzelne Körner ausbrechen ist nahezu null.

Außerdem erzeugt man beim Drehen immer ein Minigewinde durch die Rauhtiefe, d.h. die Welle bekommt eine seitliche Förderrichtung. Vor dem beschichten ist diese Rauhtiefe von Vorteil, da sich die Kontaktfläche für das HM vergrößert.

Andreas.

Der Beitrag wurde von Andreas1964 bearbeitet: 22.12.2025, 09:12 Uhr
TOP    



1 Besucher lesen dieses Thema (Gäste: 1)
0 Mitglieder: