Hallo Dave78,
danke für die Antwort. Bin seither auch etwas weiter gekommen.
Ich fahre jetzt mehrere Möglichkeiten:
1) "100% PP": Fünfachstransformation im PP (mit allen Einschränkungen und Problemen - und das sind nicht wenige!!, NC-Code ist Maschinennullpunkt-bezogen, Aufspannlage muss im CAM-System eingestellt werden, Programm ist Maschinenkinematik-abhängig usw.)
2) "50:50 PP/NC": Erzeugung sinnvoller Drehachsen-Winkel im PP, Kinematiktransformation zu Erzeugung von Ausgleichsbewegungen in der Steuerung. (Werkstückbezogener NC-Code)
3) "100% NC": Vollständige Fünfachs-Transformation in der Steuerung. Hier bekommt die Steuerung vom
CAM System neben dem werkstückbezogenen NC-Programm einen Werkzeugorientierungsvektor.
Ich habe neulich einen namhaften Anwender der simultanen Fünfachsbearbeitung besucht. Bei denen läuft zur Zeit wirklich noch alles mit Weg Nr. 1. Das finde ich wirklich erstaunlich, wenn man die vielen Probleme und Einschränkungen betrachtet, z.B.
- keine wechselde Aufspannlage
- Undefinierte werkstückbezogene Werkzeugbewegung bei Orientierungsinterpolation durch syncrone Achseninterpolation aller Achsen
- Wechselde Werkzeuglänge bedingt komplett neues "Postprocessing
- u.v.m.
Ein Mensch von einem großen Steuerungshersteller hat mit neulich gesagt, Weg Nr. 1 wäre "die Steinzeit der Simultanen Fünfachsbearbeitung". Und dennoch scheinbar noch sehr verbreitet und geschätzt.
Ein anderer Mensch von einem CAM-Hersteller wiederum sagte mir, dass die Anwender der simultanen Fünfachsbearbeitung mit der Bearbeitungsgenauigkeit der neuen Funktionen zur steuerungsintegrierten Transformation (TRAORI, M128 &Co) nicht zufrieden seien.
Das ist alles ein ziemlich heisses Thema. Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass der G-Code (incl. Dialekte und Abarten) für die simultane Fünfachsbearbeitung einfach nicht mehr zeitgemäss ist.
Hast jemand hier vielleicht was anzumerken oder auch schon positive oder negative Erfahrungen mit einem der oben genannten Wege gemacht?
Vielen Dank und Gruß