Für den Prozess des Tiefbohrens besitzen die nichtwassermischbaren KSS aus Öl eine übergeordnete Rolle ein. Durch die Zugabe von Additiven können relativ leicht verbesserte Eigenschaften erzielt werden. Da Werkstücke mit Tiefbohrungen oft in Serien hergestellt werden wirken sich bereits kleine Einsparpotentiale stark auf die Wirtschaftlichkeit aus. Aufgrund dessen stellt der Markt spezielle Tiefbohröle bereit. Aufgrund der verbesserten Eigenschaften setzten sich dabei die Esteröle immer weiter durch. Sie besitzen eine geringere Verdampfungsneigung, bessere Schmiereigenschaften und Hautverträglichkeit, sowie eine verbesserte biologische Abbaubarkeit. Als Additive werden ihnen meist Phosphor- und Schwefelverbindungen beigesetzt. Die Viskosität der Tiefbohröle liegt meist bei 15-20 cSt.
Je nach Bohrdurchmesser werden die Drücke und der Volumenstrom des Öles dem Bohrprozess angepasst. Mit steigendem Bohrdurchmesser sinkt dabei der Druck und steigt der Volumenstrom. Beispielsweise bei 4 mm Durchmesser liegt der Druck bei 80 bis 100 bar und der Volumenstrom bei ca. 5 l/min wohingegen bei 30 mm Durchmesser der Druck nur noch bei 10 bis 30 bar liegt und der Volumenstrom bei 40 bis 90 l/min. Besonders hohe Drücke treten bei Durchmessern von unter 1 mm auf, welche bis zu 200 bar betragen können. Diese hohen Drücke machen ein Abfangen des KSS beim Austreten aus der Bohrung erforderlich, da das KSS-Bohrgutgemisch ansonsten ein Verletzungsrisiko darstellt.