{{#seo:|title= Bohren |keywords=Bohren; Geschichte des Bohren; |description=}} '''Bohren''' ist ein Fertigungsverfahren zum Herstellen von Bohrungen bei denen das Werkzeug in nur eine Vorschubbewegung in Richtung der Werkzeugdrehachse erlaubt. Nach der DIN 8580 wird das Bohren den Verfahren des Spanen mit kreisförmiger Schnittbewegunggeometrisch bestimmter Schneide zugeordnet. Zusammen mit Senken und Reiben wird es in der DIN 8589-b näher definiert. In der Regel werden beim Bohren roationssymmetrische Bohrungen hergestellt, allerdings existieren auch Werkzeuge zum Herstellen von unrunden Bohrungen. Das Bohren zählt zu den ältesten und gleichzeitig bedeutsamsten Bearbeitungsmöglichkeiten des Menschen. == Definition == * '''Deutsches Institut für Normung''': Durch die bestimmte Schneide beim Bohren, welche durch Keil-, Span- und Freiwinkel definiert ist, wird dieses Verfahren der DIN 8580 nach dem Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide zugeordnet. Da es allerdings mehrere verschiedene Prozesse und Arten von Bohrungen gibt und sich diese in der Ausführung und den dafür benötigten Werkzeugen unterscheiden gibt es weitere DIN-Normen. In der DIN 8589-0: Fertigungsverfahren Spanen - Teil 0: Allgemeines; Einordnung, Unterteilung, Begriffe werden die spanenden Verfahren zunächst genauer unterteilt. In der DIN 8589-2: Fertigungsverfahren Spanen - Teil 2: Bohren, Senken, Reiben; Einordnung, Unterteilung, Begriffe wird das Bohren dabei vom Senken und Reiben abgegrenzt. Eine wichtige Eigenschaft dabei stellt die Vorschubbewegung in eine Richtung dar, welche die Verfahren der Norm Teil 2 von zum Beispiel dem Fräsen oder Drehen abgrenzen. Beim Bohren steht das Werkstück im Gegensatz zu den anderen Verfahren steif an einer Stelle und wird nicht bewegt. Eine auf den Bohrer wirkende Querkraft würde schon bei vergleichsweise geringen Belastungen zu einem Brechen des Werkzeuges führen. Weiterhin unterteilt die DIN 8589-2 das Bohren in die Kategorien:** Bohren ins Volle** Profilbohren ins Volle** Aufbohren** Kernbohren** Gewindebohren** Unrundbohren** Reiben** Profilreiben** Senken == Geschichte == Die ältesten archäologischen Funde von Werkstücken in denen Bohrungen hergestellt wurden sind ca. 40.000 Jahre alt. Damit zählt das Bohren nicht nur zu einem der wichtigsten Bearbeitungsverfahren, sondern auch zu den ältesten Techniken. Das damalige Herstellen von Bohrungen unterschied sich maßgeblich von dem heutigen Verfahren darin, dass es sich nach DIN 8580 um ein spanendes Verfahren mit geometrisch unbestimmter Schneide handeln würde. Dabei wurden sich die Drehachse unterschiedliche Härte von Materialien zu nutze gemacht, indem eine Schleifpaste aus Sand und Lehm mit einem Stock in einer rotierenden Bewegung auf einer Stelle unter Druck gerieben wurden. Die Zunahme eines Bogens zur Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit und eines Fauststeins zur Lagerung des oberen Endes stellte eine erste technische Entwicklung dar. Eine weitere Möglichkeit bestand aus dem Picken mit einem hartem Werkzeug wie einem gespitzten Stein auf einer Stelle. Mit der Entdeckung des Eisens und des Werkzeuges Härten war es möglich metallische Bohrer zu schmieden mit denen es möglich war in Holz zu bohren und auch in anderer Weise spanend abzutragen. Durch die Weiterentwicklung der Schmiedekunst war es ab dem 11. Jahrhundert möglich gehärtete Metalle zum Durchbohren von weichen Metallen wie Zinn, Kupfer und nicht-veredeltes Eisen zu verwenden. Zuvor wurden Löcher in Metalle während des Schmieden gearbeitet, wobei man sich die Achse leicht verformbaren Eigenschaften des erhitzen Werkstückes zu Nutze machte. Bis dahin war das Bohrwerkzeug ein Einlippenbohrer welcher per Hand mit einem feststehenden Hebel geführt wurde. Die Genauigkeit dieser Bohrungen war gering und wurde seitens der Weiterentwicklung von Werkzeugmaschinen zu erzeugenden Innenfläche identisch sind verbessern versucht. Die Kriegsindustrie war dabei ausschlaggebend und führende Kraft in der Entwicklung. Durch Schusswaffen wie zunächst Kanonen und im späteren Verlauf Musketen und Handfeuerwaffen wurden präzisere Bohrungen notwendig. Ein Meilenstein der Bohrtechnik gelang durch Giovanni Martignoni, der 1863 in Düsseldorf einen Bohrer mit eingefeilter wendelartiger Nut zur Abfuhr des Bohrgutes entwickelte. Die westfälischen und rheinländischen Fabrikanten erkannten die Bedeutung dieses Bohrers allerdings nicht und erst 1867 wurde die Vorschubbewegung Idee als amerikanischer Spiralbohrer auf der Weltausstellung in Paris berühmt. Heutige Entwicklungen bestehen zum großen Teil aus der Realisierung von Bohrern mit Wendeschneidplatten. In einigen Bereichen wurde das Bohren durch das Erodieren und Strahlschneiden abgelöst. == Verfahren == Man unterscheidet beim Tiefbohren anhand mehrerer Parameter in Richtung dieser Achse verläuftverschiedene Verfahren. Dabei entscheidend sind beispielsweise die Form des Bohrers, die Dicke der Spanabnahme und die Symmetrie: * '''Bohren ins Volle''': * '''Profilbohren ins Volle''': * '''Aufbohren''': * '''Kernbohren''': * '''Gewindebohren''': * '''Unrundbohren''': * '''Reiben''': * '''Profilreiben''': * '''Profilsenken''': Das entstehende Loch Profilsenken zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass nie ins Volle gebohrt wird Bohrung genannt. Der Senker verfügt indes über keine Mittelschneide, jedoch über 3 oder mehr Seitenschneiden. Nach DIN 8589-2 wird dabei noch zwischen Planansenken (Plan|an|sen|ken) und Planeinsenken (Plan|ein|sen|ken). Beim Planansenken wird eine ebene Fläche 90° zur Vorschubrichtung hergestellt. Oftmals kommen dafür sogenannte Wendelsenker mit drei Schneiden zum Einsatz. Im Gegensatz dazu werden beim Planeinsenken mit Spitzensenkern Senkungen im Winkel von 60, 90 oder 120° zur Vorschubbewegung hergestellt. Dies dient im Allgemeinen dem Entgraten, Anfasen oder Einlassen von zum Beispiel Senkkopfschrauben. Beim Senken arbeitet man mit sehr niedrigen Schnittgeschwindigkeiten und Drehzahlen von unter 60 U/min. Zum Nachschärfen von Senkern bedarf es spezieller Vorrichtungen, da die Geometrie mit einer freihändigen Bearbeitung nicht erreicht werden kann.
Ein gewöhnlicher Bohrer weist an der Spitze zwei Schneiden auf, die von dem zu bearbeitendem Material je einen Span abnehmen. Die Späne werden durch seitliche, wendelförmig eingearbeitete Nuten entgegen der Vorschubrichtung aus dem entstandenen Bohrloch heraus geleitet.