::- Die wichtigste Eigenschaft von Diamant ist wie bereits oben beschrieben seine enorme Härte. Mit 7.000-8.000 HK ist er ungefähr doppelt so hart wie herkömmliche Schleifmittel, wie Korund und Siliziumkarbid. Während die Härte bei diesen Kornarten von der Kristallorientierung weitgehend unabhängig ist, kann man beim synthetischen Diamanten eine ausgeprägte Abhängigkeit feststellen [HOWE75]. Danach beträgt die Härte in der (110)-Ebene 123 % und in der (100)-Ebene 138 % der Härte in der (111)-Ebene. Über die Zähigkeit von Diamantkörnern ist aus dem Schrifttum wenig bekannt. In begrenztem Maße kann das Syntheseverfahren und eine Nachbehandlung die Zähigkeit beeinflussen. Diamant hat im Vergleich zum Korund oder Siliziumkarbid eine sehr große Wärmeleitfähigkeit. Das Diamantkorn gibt daher die in der Zerspanungszone entstehende Wärme schnell an die Bindung weiter. Das kann z. B. unter extremen Bedingungen beim Einsatz einer Kunstharzbindung zu ihrer Zerstörung an der Schnittstelle Korn/Bindung und somit zu frühzeitigem Kornausbruch führen. Beschichtungen der Diamantkörner mit Nickel, Kobalt oder Verbundmetallen wirken daher als Wärmebremse. Sie können darüber hinaus den Haftschluss zwischen Korn und Bindung erhöhen. Unter Einwirkung kleiner Drücke setzt beim Diamanten bei Temperaturen ab ca. 900°C unter der Voraussetzung, dass genügend Sauerstoff vorhanden ist, eine Graphitisierung ein [GULB50].